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Freitag 15.01.2010, 20:00 Uhr |
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| › Anny Hartmann | • Stand-up-Kabarett |
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Rheinische Frohnatur mit flotter Zunge
Kabarett: Anny Hartmann aus Köln präsentiert im Café Extra ihren satirischen Jahresrückblick „Schwamm drüber“
BÜTTELBORN. „Schwamm drüber“ nennt Anny Hartmann ihren Jahresrückblick der besonderen Art, mit dem sie am Freitag auf der Kleinkunstbühne des Café Extra gastierte. Den meisten Gästen war wohl nicht ganz bewusst, was sie sich darunter genau vorzustellen hatten - zumal Hartmann an diesem Abend ihr Debüt in Büttelborn gab. Viel Zeit zum Nachdenken blieb auch nicht, da die selbsternannte Stand-up-Kabarettistin ohne große Umschweife mit ihrem Programm begann und die Gäste so schnell nicht mehr aus dem Lachen entließ.
Im fliegenden Wechsel sprach sie politische Themen wie den medialen Verlauf der Schweinegrippe an, bei der zunächst die Pharmaindustrie Panik geschürt, dann eine einseitige Berichterstattung und schließlich eine plötzliche Funkstille nach den Sommermonaten eingesetzt habe.
Monat für Monat kam bei Hartmann zur Sprache, und nicht wenige Vertreter der Politik oder Prominenz bekamen dabei ihr Fett weg. Da war beispielsweise der Februar, laut Hartmann „der Monat der Dressmen“. Damit meinte sie unter anderem Karl Theodor zu Guttenberg, der im Februar sein Amt als Bundeswirtschaftsminister antrat und in der neuen Regierung ins Verteidigungsministerium wechselte. Ihn scheint Anny Hartmann so gar nicht zu mögen. Zumindest konnte man als Zuschauer diesen Eindruck gewinnen, als sie ins Publikum fragte, was aus dem alten Spruch ,,Adel verzichtet" eigentlich geworden sei.
Vielleicht liegt es an ihrer rheinischen Frohnatur, dass die gebürtige Kölnerin ihr Publikum so schnell in den Griff bekam. Mit lockeren Sprüchen brachte sie Themen wie die Wirtschaftskrise zur Sprache und machte selbst vor ihrem persönlichen Antihelden, dem Papst, nicht halt. Ganz locker sprach sie auch das Thema Prostitution an.
Erfreulich wenige Seitenhiebe bekam das andere Geschlecht von Hartmann ab - und in den wenigen Fällen, in denen sie sich mit dem Thema Männer befasste, hatte sie einfach Recht.
Dafür bekam ihre Heimatstadt ordentlich eins auf den Deckel. Wer könnte das eingestürzte Kölner Stadtarchiv vergessen? Aber dies gleich in einen globalen Zusammenhang stellen? Hartmann kann das. Beim Versuch, von ernsten zu heiteren Themen zu wechseln, erwähnte sie den Tod Michael Jacksons. Nicht lustig? Das sei „schwarzer Humor“, sagte sie, habe sie doch zuerst geglaubt, die Meldung sei eine Ente.
An die alten Witze über das drohende Abfallen der Nase des King of Pop anknüpfend, sprach sie davon, dass diese nach dessen Tod verschwunden sei - und vermutete, dass die Architekten der Kölner U-Bahn-Tunnel sie zum Abstützen der Schächte benutzt haben müssen. Auf jeden Fall bekomme der Spruch, auf einen „Absacker in die Altstadt zu gehen“, auf einmal eine ganz neue Bedeutung.
So vergehen bei Anny Hartmann zwölf Monate respektive zweieinhalb Stunden Programm wie im Flug. Als Zugabe liest sie ein Kapitel aus ihrem neuen Buch, von dem sie passenderweise ein paar Exemplare zum Verkauf mitgebracht hat. Die Frau hat also nicht nur eine flotte Zunge, sonder auch Köpfchen.
Quelle: Groß-Gerauer Echo vom 20.01.10 - Anika Schröter Bild: Dagmar Mendel | Bildbearbeitung: Jonas Bielohlawek
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| » Wo: Café Extra |
Titel/Programm: „Schwamm drüber?“ Der besondere Jahresrückblick! |
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