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Freitag 22.01.2010, 20:00 Uhr |
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| › Manfred Häder mit Ali Neander | • Hessischer Blues |
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Der Blues heißt Margarete
Konzert - Im Café Extra ziehen Manfred Häder, Ali Neander und Udo Kistner das Publikum mit ihrer Musik in Bann
BÜTTELBORN. Der gedämpfte Klang des Blues webt ein Band durch den Saal, füllt alles aus, nimmt alle mit. „Exbluesiv“ nennen Manfred Häder und Ali Neander ihre Premiere mit Songs der gemeinsamen CD „Live nach Eins“. Gut 80 Zuhörer lassen sich am Freitagabend im Café Extra von der schnurrenden Monotonie der Gitarren in Bann ziehen.
Häder, Gründer der legendären Frankfurter City Blues Band, und Neander, Rockgitarrist der Rodgau Monotones, entwickeln einen bravourösen Dialog aus satten, gleichmäßig pulsierenden Tönen. Mit einem „Lied ohne Wort“ spielen sie sich warm, zupfen und schlagen die Saiten, spinnen eine Improvisation des typischen Blues vom Mississippi. Sie lassen die Gitarren jaulen und legen ein heiter zänkisches Frage- und Antwortspiel charakterisierender Akkorde hin. Die Musiker haben sichtlich Spaß, vergessen Zeit und Raum. Bassist Udo Kistner gibt dem Zwiegespräch der Gitarren eine zuverlässige, dumpf schwingende Klangbasis. „Ob schwarz, ob weiß – Blues ist Voodoo“, singt Häder. Der Zauber wirkt und reißt das Publikum mit.
Sitzen die Besucher anfangs steif auf den Stühlen, wippen schon bald die Füße im Takt, Schultern lockern sich und mancher lässt den Kopf zum Sound hin- und her pendeln. Häder kündigt Blues-Chansons an, die deutschsprachige Variante typischer Blues-Themen um Liebe, Einsamkeits-Tristesse oder soziale Ungerechtigkeit. Er ist der Texter im Trio, singt in schroffer, schwermütiger Manier poetisch anrührende Verse. „Heiß wie Eis“ beschreibt er eine chancenlose Verliebtheit und träumt: „Mit ihr allein sein bei drei Flaschen Mondschein.“ Witzig geht’s nicht nur im beiläufigen Geplänkel der Musiker zu, sondern auch in den Songs: „Blues klebt wie Kleister hinter der Tapete – er hat auch einen Namen, er heißt Margarete.“
Man gibt sich hin, lehnt sich zurück: „Der Blues kommt einfach gut.“ Melodische Ummantelung einer Mundharmonika könnte das I-Tüpfelchen sein, meint ein Gast. Häders Lebensgefährtin Sybille erzählt während der Pause, dass „den Jungs“ derzeit ein Mundharmonikaspieler fehle: „Es gab mal einen – der ist leider auf und davon.“
Apropos „Jungs“: Die Musiker sind damit treffend beschrieben. Lässig haben sie sich auf die Barhocker gehievt, die Bierflasche in Reichweite. Ali Neander (Jahrgang 1958) trägt eine Mütze gleich einem türkischen Fez ohne Quaste, daneben sitzt Häder (geboren 1954) in Jeans und roten Schuhen, im Hintergrund entfaltet der langhaarige Kistner (55) seine Virtuosität am Bass. Keine Frage: Bei den „Jungs“ gehen die Uhren anders, „Live nach Eins“ ist ihnen auf den Leib geschrieben. Ihr Blues ist Magie, weil er authentisch ist.
„Die haben genau meinen Stil – super“, sagt ein Mann, den es vor drei Jahren aus dem Badischen nach Büttelborn verschlug. Gabi Ebert aus Riedstadt genießt Musik und Rotwein. Allerdings: „Ich dachte, da wär´ein bisschen mehr Hessisch in den Liedern“, meinte sie. Sonst aber sei der Abend „echt bluesig“. Sie bekräftigt den Applaus durch johlende Zustimmung.
Mit einer Hymne an die Legende Alexis Korner, britischer Vater des weißen Blues, feiern die Musiker das Verbindende des Genres: „Blues hat keine Farbe, Blues ist schwarz und weiß, gelb und rosa – Blues ist heiß.“ Nach einer Variation von „Mercy Mercy Mercy“ will das Trio Feierabend machen. Doch längst sind die Zuschauer „heiß“ auf mehr: Ohne Zugaben lassen sie diese Meister nicht von der Bühne.
Quelle: Groß-Gerauer Echo vom 26.01.10 - Charlotte Martin Bild: Holger Bielohlawek | Bildbearbeitung: Jonas Bielohlawek
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| • AUSVERKAUFT •
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| — Mit Bassbegleitung in halbakustischer Triobesetzung. |
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