|
|
|
|
Samstag 27.02.2010, 20:00 Uhr |
|
|
| › Handkäs' mit Orangen | • Mundart-Konzert |
|
|
"Hessisch is' fetzisch"
Café Extra: Fred Kraus, Ralf Baitinger und Bodo Kolbe begeistern als "Handkäs mit Orangen" mit ihren Mundart-Songs
BÜTTELBORN. Wenn Fred Kraus von der früheren Band "Handkäs mit Musik", "Orange-Box"-Frontsänger Ralf Baitinger und Blues-Musiker Bodo Kolbe ("Saure Gummern") zusammen auftreten, sind sie "Handkäs mit Orangen" - und beste Stimmung ist auf jeden Fall garantiert.
"Das Café Extra ist voll, das ist schön", begrüßte Baitinger die rund 90 Zuschauer, bevor er mit seinen beiden Bandkollegen einen humorvollen Blues in hessischer Mundart anstimmte: "Mer spiele de Blues, so schwarz wie Latweje", hieß es dann. Seine Kindheitserinnerungen am Leeheimer See, erzählte Kraus, habe er in einem Lied verarbeitet; "Oam See is' es schee", sang er, während Kolbe seine Mundharmonika einstimmte.
Aus der Verlängerung des Mundharmonika-Solos bis zur Atemlosigkeit bei Kolbe machten sich die anderen einen Spaß und behaupteten unter dem Gelächter des Publikums, sie könnten so noch eine Stunde weitermachen. Mit abgenommener Mütze kündigte Kraus ein Lied an, das er geschrieben habe, um zu verarbeiten, dass sich die Haarpracht auf seinem Kopf verabschiede. Seine Erkenntnis im Refrain: "E schee Gesicht braucht veel Platz!"
Dass die Band in dieser Formation überhaupt jemals zusammengespielt habe, sei Zufall gewesen, erzählte Baitinger. Im vergangenen Jahr hatte er mit Kraus als Vorband im Café Extra auftreten wollen. Als das dritte Bandmitglied ausgefallen war, habe er einen Tag vor dem Konzert Kolbe angerufen, der spontan einstieg und mitspielte, ohne mit den beiden anderen geprobt zu haben.
Der große Zuspruch des Publikums hatte die drei dann dazu veranlasst, ein Programm aus eigenen Liedern aufzustellen, wobei jeder zu etwa gleichen Teilen seine Kompositionen einbrachte. Bei einem Konzert im Dezember hätten sie sich zum letzten Mal gesehen, so Baitinger.
Dementsprechend spontan wirkte auch der Auftritt am Samstag: Kleinere Pannen, wie eine nicht eingeschaltete Gitarre beim geplanten Solo, wurden humoristisch ins Programm eingebunden - Publikum und Band hatten ihren Spaß an der ungezwungenen Offenheit.
Immer wieder bezogen die Musiker ihre Zuhörer in die Lieder mit ein. Von schnellen Zungenbrecher-Passagen aus aneinander gereihten Ortsnamen im Landkreis bis hin zum Flüstern wurden die Besucher gefordert. Auch "das Leiseste, was je es im Café Extra gab" mussten sie darbieten, indem sie den Text nur noch denken sollten, bevor sie im letzten Abschnitt mit der Band wieder einsetzten. In der Pause unterhielten sich die Musiker mit den Gästen, von denen sie viele persönlich kannten, und signierten CDs.
Mit einer "hochdeutschen Simultanübersetzung" für diejenigen, die "der hessischen Sprache nicht so mächtig" sind, karikierten "Handkäs mit Orangen" Standardsprache wie südhessische Mundart gleichermaßen, indem sie nach jedem dialektal gesungenen Vers eine ins Ironische verzerrte, übergenaue Übertragung anfügten.
"Es gibt Leute, die behaupten, dass Hessisch eine langweilige Sprache wäre", kommentierte Ralf Baitinger die Herangehensweise des Trios. "Ich hoffe, wir konnten heute das Gegenteil beweisen: Hessisch is' fetzisch!"
Quelle: Groß-Gerauer Echo vom 02.03.10 - Daniel Kroiß Bild: - | Bildbearbeitung: -
|
|
| • AUSVERKAUFT •
|
|
|
| » Karten: 10,00 € // 13,00 € (Abendkasse) |
|
| — NICHT im KartenABO enthalten! | | — Zusatzveranstaltung |
|
|
|
|
|
|