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Freitag 25.06.2010, 20:30 Uhr |
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| › Celtic Chakra | • Irisch-Keltische Musik |
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Lebensfreude mit einer Prise Schwermut
Musik: „Celtic Chakra“ präsentieren im Büttelborner Café Extra Lieder von der stillen Größe der kleinen Leute
BÜTTELBORN. Geheimnisvoll leuchtet der Vollmond. Der Abend ist lau, als die Gruppe „Celtic Chakra“ das Café Extra in ein irisches Pub verzaubert. Die traditionelle Musik Irlands, Schottlands und der Bretagne, die den Raum füllt, versprüht Lebensfreude und eine Prise Schwermut zugleich. Man meint, den Wind überm Moor pfeifen zu hören. Fern ragt geheimnisvoll eine Ruine auf, Wildpferde donnern durchs Tal. Stets wird die Vitalität der Lieder untermalt von einer sehnsuchtsvollen Note.
Das liegt vor allem an der „Fiddle“, der Geige, die in fast allen keltischen Liedern die Stimmung dominiert. Heiko Rühmkorff fiedelt meisterlich, mal mit sanftem, anhaltendem Bogenstrich, mal in tanzlustigem Tempo. Er ist einer der vier Musiker aus dem Rhein-Main-Gebiet, die seit sechs Jahren ihre Liebe zu den Klängen keltischen Ursprungs vereinen. Nicht umsonst fügen die Musiker ihrer Band die Bezeichnung „Chakra“ hinzu: Es sind seelenvolle Melodien, die sie transportieren, musikalische Bebilderung einer geheimnisvollen Landschaft und ihrer eigenwilligen Charaktere.
Die Musiker haben alle in unterschiedlichen Formationen musiziert. Rühmkorff und der Ire Danny Kelly standen vor 20 Jahren in der Band „Gale Force 8“ zusammen auf der Bühne. Kelly ist neben Rühmkorff und dem Unterfranken Manfred Noll einer der Songwriter von „Celtic Chakra“.
„Wir spielen nicht nur traditionelle Musik, sondern haben manches in Anlehnung an alte Melodien neu komponiert“, sagt Noll. Mit Bouzouki und Banjo verleiht er den Songs den typischen Charakter, der sie vom Irish Folk unterscheidet. Harald Sawatzki ist der Percussionist der Gruppe und lässt den Schlägel auf der „Bodhran“, der irischen Rahmentrommel, wirbeln. Mit Rassel und Kastagnetten bringt er Pep ins Spiel.
„Der stärkste Einfluss der keltischen Musik kommt aus Irland und Schottland, so dass wir teils Gälisch singen. Aber auch Galicien, der keltische Teil Spaniens, oder die USA, wohin im 19. Jahrhundert viele Iren auswanderten, spielen eine Rolle“, erzählt Kelly.
Im Publikum gibt es zahlreiche Fans der Gruppe, die aus Frankfurt, Aschaffenburg und Rödermark gekommen sind. Die Musiker haben den leutseligen Charme von nimmeralten Jungs. Ihre Begeisterung, die saloppe Kleidung und unbeschwerte Ansprache der Zuhörer machen die grauen Strähnen im Haar vergessen.
Sie animieren zum Mitklatschen, die einfachen Refrains werden mitgesungen, und wenn der Rhythmus ländlicher Tänze in die Beine fährt, stampfen viele im Takt mit. Es fehlt wenig, dass Stühle und Bistrotische beiseite gerückt werden, um eine Polka aufs Parkett zu legen. „Celtic Chakra“ macht Musik, die mitten ins Volk gehört. Das Ambiente im kleinen Café ist perfekt, um den Abstand zur Bühne aufzuheben.
Teils werden Instrumentalstücke gespielt, teils singt Kelly zur Gitarre anrührende Texte. Die Lieder ranken sich um die stille Größe der kleinen Leute, um ihre Träume, ihren Schmerz. Wie die Melodien dem Volksgut entstammen, erzählen auch die Texte vom entbehrungsreichen Leben der Menschen.
Da ist der einsame Mann, der vom Mädchen im gegenüberliegenden Tal träumt. „Der Vollmond scheint und ihm ist zumute, als sei er der einzige Mensch der Erde“, übersetzt Danny Kelly den Text. „He is lovesick - er ist liebeskrank, ein sehr schlimmer Zustand“, sagt er augenzwinkernd. In einem anderen Lied geht es um ein irisches Mädchen, das in einer Baumwollweberei arbeitet.
Die Musiker spielen exzessiv, trocknen den Schweiß und erfrischen sich mit einem kräftigen Schluck kühlen Biers. A cappella leiten sie ins Finale mit Soli der einzelnen Instrumente über. Die keltischen Rhythmen entfalten einen Sog, der alle mitzieht.
Quelle: Groß-Gerauer Echo vom 01.07.10 - Charlotte Martin Bild: Dieter Gölzenleuchter | Bildbearbeitung: -
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