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Freitag 08.10.2010, 20:00 Uhr |
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| › An Tor + Cara | • Irish-Night (Doppel-Konzert) |
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Am Ende spontan vereint
Konzert: Die Gruppen An Tor und Cara spielen im Klein-Gerauer Volkshaus Folkmusik und begeistern die Zuhörer
KLEIN-GERAU. »Wir waren bereits in ganz Irland unterwegs - außer auf Tory Island. Wir sind so richtig alte Irland-Fans«, sagt Antje Gißler aus Klein-Gerau. Sie ist mit Mann und Sohn am diesem Freitag beim Doppelkonzert der Gruppen An Tor und Cara und ist begeistert. Ihr Sohn, Liam, sitzt mit seiner Freundin Annika neben seinen Eltern in der ersten Reihe. Die beiden Neunzehnjährigen sind mit Abstand die Jüngsten, die sich an diesem Abend im Volkshaus eingefunden haben, aber deshalb haben sie nicht weniger Spaß. Annikas Tante kommt selbst aus Schottland, und so hat die Jugendliche schon viel Erfahrung mit Folkmusik.
Rund 190 Besucher sind im großen Saal des Volkshauses. Weil Claudia Weller von der kommunalen Kleinkunstbühne, das ahnte, war von vornherein klar, dass das Büttelborner Café Extra selbst als Veranstaltungsort zu klein ist. Bereits seit vielen Jahren kennt Weller beide Gruppen und weiß um deren musikalische Weiterentwicklung.
An Tor beginnen an diesem Abend. Beinahe eine Stunde begeistern und verzaubern sie das Publikum. Die sechsköpfige Band spielt zeitgemäße, traditionell-irische Musik. Dabei kommen nicht nur die für irische Musik charakteristischen Fiedeln zum Einsatz, sondern auch Querflöte, Akkordeon, Gitarre und Bouzouki. Sänger und Spaßvogel von An Tor ist Nils Nolte. Er versteht es, das Publikum zwischen zwei Stücken immer wieder aus den verträumten Gedanken zu reißen und zum Lachen zu bringen. Auch zum Mitsingen kann er die Zuhörer animieren, und so entsteht ein eindringlicher Sprechgesang, der aus dem Saal hinauf zur Tribüne schallt. Wunderbar langsame Lieder wie »The Gem of the Roe« wechseln sich ab mit Polka. So vergeht die Stunde wie im Flug. Eine kleine Pause nutzen die Gäste, sich mit Rindswürstchen und Guinness oder Kilkenny zu stärken.
Dann steht schon die Band Cara auf der Bühne. Die drei Stammmitglieder um Gudrun Walther haben seit kurzem Verstärkung von zwei Originalen: Jeana Leslie von den Orkney Inseln aus Schottland und Ryan Murphy aus Cork in Irland. Das erste Lied an diesem Abend hat Walther geschrieben. Es handelt von einer wahren Geschichte um zwei Piratinnen, die im ausgehenden 16. Jahrhundert ihr Unwesen trieben, die Liebe fanden und von den Männern getrennt im Gefängnis starben.
Doch es gibt keine Zeit für Wehmut, denn im Programm von Cara geht es weiter mit lustigen Liedern, wie dem von einem fliegenden Sofa oder »Doch no.« Dies ist kein Gälisch und auch kein Scotts. Nein, es ist Schwäbisch. So erzählt Walther, dass Mitglied Jürgen Treyz zu jeder CD eigene Kompositionen beisteuert. Nur dieses Jahr habe es nicht ganz klappen wollen. Erst zwei Tage vor dem Beginn der Aufnahmen habe Treyz dann alle überrascht mit einer wunderbaren Komposition. Die bekam deshalb den Namen »Doch no« - zu Hochdeutsch: doch noch.
Die fünf Musiker begeistern ihr Publikum an diesem Abend nicht weniger als vor ihnen An Tor. »Was ich so klasse finde«, sagt Weller, »ist, dass man beide gar nicht vergleichen kann.« Das stimmt, denn während An Tor sehr homogen im Gesang sind, stechen bei Cara eindeutig die beiden weiblichen Mitglieder mit einer Alt-Stimme und einem glasklaren Sopran hervor. Ob nun die eine oder die andere Band besser gefallen hat, fragt sich wahrscheinlich keiner der Gäste. Beide Konzerte sind eindeutig gelungen und einzigartig. Einzigartig nicht zuletzt auch wegen einer Premiere, die es an diesem Abend gibt: Beide Bands tun sich spontan zusammen und »jammen«.
»Wir haben dies nicht geprobt«, sagt Walther und strahlt, wie sie es bereits den ganzen Abend über tut. Insgesamt elf Musiker stehen nun auf der Bühne. Es ertönen vier Geigen, ein Dudelsack, eine Gitarre, eine Mandoline, ein Akkordeon, eine Bouzouki, eine Bodhrán und ein Schlagzeug.
Die Zuschauer sind begeistert, und nachdem die Gruppen zwei Stücke gespielt haben und sich verabschieden wollen, hält es keinen mehr auf den Stühlen. Frenetischer Applaus ertönt und Rufe nach Zugaben werden laut. Die Musiker lassen sich erweichen - und spielen zwei weitere Stücke.
Quelle: Groß-Gerauer Echo vom 11.10.10 - Anika Schröter Bild: Peter Nawratil | Bildbearbeitung: Jonas Bielohlawek
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| » Wo: Unterwegs im Volkshaus Klein-Gerau |
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| » Karten: 15,00 € // 20,00 € (Abendkasse) |
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